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Die Ankunft in Japan

Es gibt verschiedene Wege ins Land der aufgehenden Sonne, wobei der längste wohl der mit der Transsibirischen Eisenbahn nach Wladiwostok ist (und von dort nach Niigata mit dem Schiff). Wir entschieden uns für den Luftweg via London mit der BA. Mittels Frühbuchung und dank des starken Euro waren dann die Flugkosten nur ein kleinerer Teil der Gesamtaufwendungen.

Das Online Einschecken vereinfachte die Flughafenprozedur, und nach kurzem Stopp in London Heathrow waren wir schon wieder in 12000m Höhe bei minus 55-60 Grad. Essenszeiten, Getränkeservice und ein reichhaltiges Programm mit Filmen, TV- Sendungen, Berichten, Musik und Fluginformationen auf dem individuellen Bildschirm verkürzten die Zeit, und nach nur 12 Stunden in bequemer Sitzhaltung (unnötige Bewegungen erübrigten sich und die Massentierhaltungshühner beklagen sich schliesslich auch nicht) ging es ans Ausfüllen der Einreisevisa, ein immer noch notwendiger längerer Verwaltungsakt.

Narita hatte sich verändert, wahrscheinlich wird der Flughafen noch ständig erweitert, und auch die jo- und schildbewaffneten Polizeiposten fehlten nicht. Koreyuki-san (72 Jahre und seit mehr als 20 Jahren im Tendokan) erwartete uns schon, nach ein paar Schritten saßen wir in seinem Luxuswagen, und es ging los Richtung Tokyo.

Die Autobahn nach Tokyo ist nicht so aufregend, da es viel Sicht- und Lärmschutzwände gibt. Unser Fahrer zahlte ständig an den zahlreichen Mautstationen (beim Durchfahren wird automatisch abgebucht) und hielt sich ansonsten beängstigend wenig an die überall vorgeschriebenen 80km/h, was die Fahrzeit erheblich verkürzte.

Schon weit vor Tokyos Stadtgrenze beginnen endlose Häuserblockansiedlungen im gefälligen Grossbunkerstil und flächendeckende Holzhausansammlungen auf engsten Raum aneinandergeklatscht, die jedes Grün verdrängen. Nur die Flußniederungen sind noch unbebaut. Koreyuki kurvte dann noch durch ganz Tokyo (auf den Highways über der Stadt, leider auch oft innerhalb von Schallwänden), über eine neue Brücke über die Tokyo-Bucht und dann Richtung Shibuya, wo das Hotel lag.

Trotz unserer Müdigkeit (einer der Passagiere, dessen Namen wir nicht nennen wollen, hing auf dem Rücksitz und war leider nicht mehr imstande, auf den Kameraauslöser zu drücken) waren wir für diese individulle Stadtbesichtigung sehr dankbar. Nach mehrmaligem Umfahren, Einkreisen und endlich Dingfestmachen des Zielortes entdeckten wir dann unsere Bleibe für die nächsten Wochen.