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Treffen der Dan-Träger (Zusammenfassung)

Kawaraban Nr. 85

10/2011

Wir informieren hiermit über das Treffen der Danträger (ab dem 3. Dan), das am Sonntag, dem 4. September, nach dem Training stattfand. An diesem Tage fand ein Meinungsaustausch mit einem Spezialtrainings und Mittagessen statt, und das Selbstvertrauen der Danträger des Tendokan wurde aufs neue gestärkt. Die Reihenfolge der Beiträge entspricht den Wortmeldungen.

Shimizu Sensei: Warum trainieren Sie Aikido? Sind sich die meisten von Ihnen nicht im Unklaren darüber? Wir sollten uns klar sein, mit welchen Gefühlen wir mit dem Aikido Training fortfahren. Wir müssen das Selbst, das sich wie ein Lüftungsfächer im Kreise dreht, vertreiben, etwas Neues in uns aufnehmen und immer unser Selbst kontrollieren. Der Grund ist, daß wir unsere Fehler. die sich irgendwo in unserem Inneren verbergen, außer acht lassen.

Das Folgende ist in Deutschland passiert. Als ich deutliche Worte über menschliches Verhalten äußerte, wurde von einem anwesenden Schüler die Frage gestellt, ob sie als Schüler nicht auch Gäste bzw. Kunden (von Shimizu Sensei) wären. Der Fragesteller war ein merkwürdiger Mensch aus Deutschland, und ich fragte umgekehrt: „Ist es denn möglich, daß sich das Selbst weiterentwickelt, wenn man sich als Kunde bzw. Gast fühlt?“. Allein mit Menschen mit der Einstellung, Kunden zu sein, läßt sich ein Dojo nicht aufbauen. Es wird am Ende nur ein Sport-Verein entstehen.

Ich erwarte, daß Sie, die sie alle die monatlichen Gebühren zahlen und ins Dojo kommen, entsprechend davon profitieren werden. Ich wünsche mir, daß wir zu einer Einheit zusammenwachsen, in der man Dojo-Mitglied werden kann, in der man andere Menschen trifft und zusammen trainiert, in der die Gefühle für die anderen gestärkt werden und in der alle für einander einstehen, wenn irgendwelche Probleme auftauchen.

Man sagt „Ishi no ue ni mo sannen“ (Japanisches Sprichwort: „Drei Jahre auf einem Stein“; das bedeutet, wenn man auf einem kalten Stein sitzt und das drei Jahre lang durchhält, wird der Stein auch wärmer werden. Wenn man also ausdauernd trainiert, wird man damit Erfolg haben.), aber Sie trainieren schon länger als 10 Jahre. Ich bitte darum, daß Sie sich nicht zurückhalten und daß Sie sich noch mehr der Bedeutung des Dojos für Sie bewußt werden. Das hat nichts damit zu tun, ob die Techniken gut oder schlecht ausgeführt werden, das ist alles ohne Bedeutung, wenn Sie nicht ein starkes Selbst, das Ki-Kraft und Stärke ausstrahlt, besitzen.

„Welche Bedeutung hat das Dojo für Sie ?“ (Zusammenfassung)

Shioji Aiko = Es ist ein Ort, an dem ich mein Selbst erneuere, um aus meinem Alltag herauszukommen. Dafür bin ich dankbar.

Takahashi Mariko = Es ist ein Ort, an dem ich zur Ruhe kommen kann, auch wenn ich durch die Arbeit erschöpft bin.

Tsuruoka Tomoyuki = An meinem Arbeitsplatz spreche ich mit den jüngeren Angestellten, wie sie, die noch wie rohe Diamanten sind, sich polieren können; und so ist das Dojo der Ort, wo ich manchmal dem täglichen Stress, dem eingeengten Selbst und dem Gefühl des Manierismus entkommen kann.

Miyazawa Kouei = Neben den Verhaltensregeln, die ich im Dojo gelernt habe, sind Aufmerksamkeit und Anteilnahme gegenüber meiner Umgebung für das Management in der Firma hilfreich. Ich kann zwar kaum zum Training kommen, aber die Priorität des Trainings in meinem Inneren ist außerordentlich hoch.

Tokuda Takahiro = Die Zugehörigkeit zum Tendokan hat mir großen Rückhalt gegeben, und sie gibt mir Selbstvertrauen. Durch die Bezahlung der monatlichen Gebühren profitiere ich stark von der Philosophie des Aikido (合気道), das den ‚Weg (道)’ und nicht die ‚Technik (術)’ zum Inhalt hat.

Takahashi Yoshio = Die Schwachstellen des Selbst werden trainiert, ich kann allen Ereignissen mit Aufrichtigkeit entgegensehen, und weiterhin möchte ich wenn auch nur mit kleinen Schritten den Techniken von Sensei näherkommen.

Masuda Kazuhiro = An einem Ort, der weit auch von der Firma entfernt ist und wo ich zu mir selbst finde, kann ich mein Selbst verbessern. Durch ununterbrochenes und langes Training möchte ich mein Selbst weiterentwickeln.

(von den stellvertretenden Trainern und dem Dojo-Leiter)

Nagai Kotaro: An einem der Tage, an denen ich mit Sensei gesprochen habe, hörte ich dieselbe Antwort auf eine bereits früher gestellte Frage, und wenn auch der Inhalt der gleiche war, nämlich daß das Selbst mit einem frischen Gefühl verbunden werden muß, so fand ich das nicht ermüdend. Beim Training ist es ebenfalls wichtig, daß wir unser Ki einsetzen und uns selbst dabei erneuern. Wir haben die höflichen Redewendungen „O-negai shimasu“ und „Arigato gozaimashita“, und je höher Ihr Dangrad ist, desto mehr sollte sich Ihr Verständnis für die innere Bedeutung der Höflichkeit vertiefen, denn die Verbindung zwischen den Menschen darf nicht vernachlässigt werden. Zum Beispiel scheint es so zu sein, daß die neuen Schüler beim Putzen des Dojos sorgfältiger und mit den Gedanken dabei sind.

Watanabe Koichi: Wie können wir alle die Gedanken von Shimzu Sensei praktisch realisieren? Wie ich vor einiger Zeit geschrieben habe, halten die Danträger ein Ruder in der Hand. Wenn der Dangrad steigt, wird auch das Ruder größer und der Wasserwiderstand steigt, aber wenn wir den Widerstand überwinden, wird unser Selbst und das Dojo Fortschritte zeigen. Ich wünsche Ihnen, daß Sie das Gefühl wertschätzen, daß Sie ein Budo lernen, auf das Sensei sehr stolz ist.

Ich denke, daß es bei unseren Treffen nur wenige Teilnehmer gibt, die die Namen aller Mitglieder kennen. Ich bitte Sie daher, auch bei unseren Freundschaftstreffen zunächst mit Schülern, deren Namen Sie nicht kennen, Kontakt aufzunehmen. Auch darin liegt die Bedeutung unserer Treffen.

Außerdem genügt eine gewöhnliche Begrüßung nicht, wenn Shimizu Sensei von seinen Auslandslehrgängen zurückkehrt. Die Begrüßung wirkt dagegen völlig anders, wenn Sie auch nur einige wenige Worte hinzufügen, die Ihre Verbundenheit mit Sensei zeigen. Und das führt auch zur persönlichen positiven Weiterentwicklung.

Waka-Sensei Shimizu Kenta: Es sind nun 10 Jahre, daß ich die Kinder unterrichte, und das, was ich für am wichtigsten halte, ist die Atmosphäre. Ich höre, daß es auch im Ausland schwierig ist, im Kindertraining die Aufmerksamkeit zu erhalten, und ehrlich gesagt, spielt die Technik keine so große Rolle. Bei allen Dingen ist es wichtig, die entsprechende Atmosphäre zu erzeugen, um die Kinder zu veranlassen, das Training ernst zu nehmen.

Ich ermahne nicht jeden einzelnen Schüler, ich vermittle den älteren Schülern meine Absicht, und es funktioniert sehr gut, wenn diese sie dann den unteren Graden weitergeben.

Einmal wurde ein junger Schüler, der zum allgemeinen Training gekommen war und im Umkleideraum die Anwesenden grüßte, nicht beachtet, und die Erwachsenen sagten keinen Ton. Mir tat das Kind sehr leid. Das Ziel ist nicht, einen höheren Dangrad zu erlangen, sondern ich denke, daß wir der Jugend etwas vermitteln sollten. Es sind nicht nur die Techniken, und sollten wir nicht irgendwie wachsen? Es ist Shimizu Sensei, der uns diese Hinweise gibt, und das ist auch die Aufgabe der stellvertretenden Trainer. Ich wünsche mir, daß wir unser Herz reicher machen können.

© übersetzt von Ichiro Murata und Peter Nawrot 12/11