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Das Wiederaufleben des Budo

Kawaraban Nr. 49

01/2002

von Kenji Shimizu

Die besten Glückwünsche zum Neuen Jahr.

Was zunächst die grossen Ereignisse dieses Jahres betrifft, so wird die Fussball-Weltmeisterschaft nun schliesslich in Japan und Korea stattfinden. Auch wenn die Popularität des japanischen Fussballs nicht mehr so ist wie früher einmal, ist doch der Unterschied zu den Teams an der Weltspitze nicht mehr so sehr zu spüren.

Vor längerer Zeit hatte der ehemalige Japanische Fussballvorstand, Okada Takeshi, dem Tendokan einen Besuch abgestattet. Der Anlass war das Buch „Zen und Aikido“, geschrieben vom verstorbenen Professor Kamata Shigeo (emeritierter Professor der Universität Tokyo) und mir als Co-Autor, das ihm ins Auge gefallen war. In ernsthafter Haltung, ohne die knieende Position aufzugeben, hatte er dem Training eine Stunde beigewohnt. Herr Okada, der zu jener Zeit Trainer der Japanischen Mannschaft war, sagte: „Was die Technik betrifft, steht Japan der ausländischen Topklasse in keinster Weise nach, aber was den Geist betrifft, so ...“.

Ich erinnere mich, dass er voll und ganz zustimmte, als ich aus meiner Aikido-Erfahrung heraus über die Kontrolle des Geistes über den Körper sprach.

Solange man genug Kraft zum Gehen hat, kann man mit dem Aikido-Training beginnen, da die Ki-Kraft eine wichtigere Rolle spielt als die Körperkraft. Durch das  wiederholte Üben von Techniken, die wir mit natürlichen, ungezwungenen Körperbewegungen ausführen, fördern wir die  Ki-Kraft.

Auf diesen Gedanken bezieht man sich auch häufig in allen möglichen anderen Sportarten. Im Aikido müssen wir zuerst unser Körperzentrum erspüren und dieses Wissen im Herzen behalten. Die Bewegungen sind kreisförmig und entwickeln sich durch viel Training zu Kugelformen. Und mit dem Gefühl, den Partner zu absorbieren, wird die Bewegung aufgenommen und weitergeführt. Kreisbewegungen rufen eine Beschleunigung hervor, die Raum schafft,  und die Wirkung der Technik wird verstärkt. Auf der anderen Seite enstehen bei erzwungenen Bewegungen neue Widerstände, und man kann sich nicht mehr bewegen.

Aber weil das Training auch einige Härten mit sich bringt, passiert es, dass einige Menschen aus Gründen der Arbeitsbelastung oder des Alters vom Training Abstand nehmen. Dennoch wird man das Gute, das es einem bringt, nicht wirklich verstehen können, solange man es nicht selbst versucht.

In unserer modernen Wettbewerbsgesellschaft wird die Effektivität übertrieben hoch bewertet und dabei vergisst man leicht die wahre Gestalt des Menschen. Ich, der ich Aikido unterrichte, spüre, dass wir durch das Training wieder zur Ruhe finden können.

Im traditionellen japanischen Budo finden sich hervorragende Techniken und ein herausragendes Gedankengut. Daher wüsche ich mir, dass mehr und mehr Japaner diesem Weg folgen wollen. Diese Gedanken standen auch hauptsächlich hinter meinem neuen Video „Tendo“.

Jetzt habe ich den Jahresbeginn für Aikidowerbung genutzt. Unterstützen Sie bitte auch in diesem Jahr den Tendokan wieder.

© übersetzt von Birgit Lauenstein und Peter Nawrot 05/2004