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Ein 40-jähriges Studium der Lebensenergie und des Mutes

Kawaraban Nr. 54

05/2003

von Kenji Shimizu

Die Feier (im Tōkyōter Hotel Okura, Heisei 15 (2003), 26.01.) anlässlich der Preisverleihung durch die Aussenministerin im Jahr Heisei 14 (2002) an Shimizu Sensei übertraf alle Erwartungen.

Die Herausgeber der ‚Kawaraban’ stellen hier noch einmal für alle in gedruckter Form eine Zusammenfassung der Grussworte von Shimizu Sensei vor.

Grussworte vom Leiter Shimizu Kenji anlässlich der Feier zur Preisverleihung durch die Aussenministerin

Herzlichen Dank dafür, dass Sie heute so zahlreich erschienen sind. Ich freue mich von Herzen, dass ich eine solche Veranstaltung abhalten kann.

Es berührt mich besonders, wenn ich auf die 40 Jahre Aikidō zurückblicke und ich bis zum heutigen Tag nie aufgehört habe, es zu betreiben. Es mag es für Sie, kurz gesagt, phantastisch klingen, 40 Jahre lang diesem Weg zu folgen, doch dem war ganz und gar nicht so.

Anfangs nach meinem Schritt in die Selbständigkeit war ich wie in einem kleinen Segelboot bei der Überquerung des Pazifiks, und ich hatte das Gefühl zu kentern, wenn Wind und Regen aufkäme. 40 Jahre sind nun vergangen, seit ich feststellen musste, dass es für mich keinen anderen Weg gibt. Ich bin nämlich absolut kein Charakter, der für die Arbeit in einer Firma geeignet wäre.

Man spricht davon, dass in früheren Zeiten die Samurai ihr Leben verloren, wenn sie nicht unverzüglich und prompt auf Zeichen ihrer Umgebung reagierten. Auch bei ausgezeichneter körperlicher Konstitution konnten sie ihr Leben verlieren, wenn sie nicht aufmerksam waren und unsensibel wurden. Das liegt daran, dass mehr noch als körperliche Stärke Nervenstärke erforderlich ist. Natürlich ist im Aikidō auch körperliche Stärke notwendig, doch ist es wichtig, die geistige Ki-Kraft, die Lebensenergie durch den Körper zu erwecken. Der Begründer des Aikidō, der verehrte Morihei Ueshiba, hatte immer gesagt: „Kraft ist begrenzt, Ki ist unbegrenzt.“ Und weil er selbst das genauso praktiziert hat, haben auch wir immer gespürt, dass dies zweifellos der Weg ist.

Wenn man einen solchen Beruf ausübt, zieht die Seele den Körper, und ich kann gut spüren, wie die Seele den Körper kontrolliert. Man spricht häufig vom Einfluss des Ki, und ich glaube, dass die 40 Jahre Aikidō bis heute nicht umsonst waren.

Ich habe durch diese Zeit Lebensenergie und Mut bekommen. Ich konnte das durch das Aikidō persönlich erfahren.

Ich danke Ihnen aus vollem Herzen, dass Sie mich während dieser 40 Jahre durch Ihr Verständnis unterstützt und mir geholfen haben. Vielen Dank für Ihre Aufmersamkeit.

© übersetzt von Birgit Lauenstein

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