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Für ein vorbildlich schönes Land - Japan

Kawaraban Nr. 89

12/2012

vom Leiter des Tendokan, Kenji Shimizu Sensei

Nach dem ersten Weltseminar im Jahr 2009 versammelten sich nun in Oktober diesen Jahres 170 Teilnehmer (70 Ausländer) zum zweiten Weltseminar in der herrlichen Kannon Onsen (‚heiße Quelle’) -Anlage in der überwältigenden Landschaft von Shimoda in Shizuoka. Besonders von den Schülern aus dem Ausland erhielt ich anschliessend eine Vielzahl von Nachrichten, die die Freude an der Teilnahme ausdrückten, und das hat alle, die diese Reise organisierten, gefreut.

Nun glaubte man in Japan, daß durch das Fortschreiten der Zivilisation eine natürliche und soziale Umwelt realisiert würde, in der Lebewesen besser existieren können. Aber es scheint mir, daß diese Entwicklung durch den Unfall des japanischen Atomkraftwerkes unterbrochen wurde und dass das Bild Japans als ein schönes Land gelitten hat.

Was die Weiterentwicklung der Zivilisation betrifft, sollten wir uns eine Zivilisation aufbauen, die der Menschlichkeit grosse Bedeutung beimisst, und nicht eine, die sich nur auf die Industrialisierung eines modernen Staates konzentriert. Ich bin der Überzeugung, dass bei einer Entwicklung, die nur von rein ökonomischem Denken geprägt ist, die Gefahr besteht, dass eine Gesellschaft entsteht, die die Menschlichkeit ignoriert. Wir müssen das beherzigen.

In jeder Generation zu jeder Zeit gilt das gleiche, es ist häufig so, dass sich eher Unrecht als Recht und eher Unvernunft als Vernunft ausbreitet. Daher entstanden in unserer Gesellschaft die verschiedensten Bewegungen, um die Welt zu verbessern. Aber sie können die Kräfte ihrer Bewegungen nicht gut vereinen, und ausserdem gibt es sicher auch gleichgültige Gruppen, die Recht und Vernunft gering schätzen.

Was die Menschen auch immer für Werte besitzen mögen, die grosse Mehrheit ist betroffen und fühlt sich im Recht, und es gibt auch die Einstellung, dass der Fehler bei anderen zu suchen ist. Es scheint mir, dass diese Tendenz in der Natur des Menschen wurzelt.

“Das eigene Selbst ist mit weltlichen Gedanken zufrieden. Dieses Selbst müssen wir überwinden, und das Ziel unseres Strebens ist ein vollständig reines, unschuldiges Selbst“ (aus ‚Zen und Aikido’).

Von nun an wollen wir auch für die Nachwelt, daß Japan ein Land wird, in dem die Atmosphäre rein und transparent ist, und wir sollten das vorbildlich schönste Land im Orient werden.

© übersetzt von Ichiro Murata und Dr. Peter Nawrot, 03/2013