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Warum ich Aikido betreibe

Kawaraban Nr. 79

10/2009

von Waka Sensei

Ich weiß leider nicht genau, von wem die folgenden Worte stammen: „Wenn wir in einer friedlichen Welt ohne Blutvergießen leben wollen, müssen wir uns noch weit mehr als beim Blutvergießen bemühen.“

Genau diese Aussage entspricht dem Prinzip für mein Aikido.

Zum Weltseminar im Oktober kamen 12 Schüler aus Serbien nach Japan. Nach ihren Berichten gibt es in Serbien und den übrigen Ländern des früheren Jugoslawien seit etwa 50 Jahren Krieg, und in beinahe allen Perioden wurden schreckliche Erfahrungen gemacht.

Diese Schüler wollen ernsthaft mit dem Aikido ihr Heimatland verändern. Uns als Japaner muß das sehr überraschen. Wenn der Geist des Aikido in den Ländern des früheren Jugoslawiens verwurzelt gewesen wäre, wäre dann dieser schreckliche Krieg nicht zu vermeiden gewesen? Es ist sehr beeindruckend, wenn das mit ernstem Blick gesagt wird.

Mit dem Tendoryu Aikido dem eigenen Vaterland helfen ... gerade weil man traurige Erfahrungen durchgemacht hat, ist Aikido notwendig. Ich weiß nicht, ob wir Japaner uns bei diesen Worten nicht sehr viel mehr anstrengen sollten.

Dieses Jahr fand erfolgreich das 40-jährige Gründungstreffen des Tendoryu Aikido statt, und das Treffen zum Weltseminar wurde zu einem weiteren wichtigen Schritt. Shimizu Sensei erlebte zum ersten Mal ein Treffen aller Tendoryu Schüler der Welt, und diese Gelegenheit zur Teilnahme an der Entwicklung des Tendoryu Aikido war eine Möglichkeit, unseren Traum zu realisieren. Aikido ist keine Budo-Kunst, in der Menschen verletzt werden. Eine Vielzahl von Menschen, Tendoryu Schüler mit verschiedenen Nationalitäten und Sprachen, trafen sich in einem einzigen Dojo und trainierten.

Natürlich können wir die Welt nicht verändern, aber wir können die Herzen der Menschen verändern. Eine Woche war wirklich sehr kurz, Menschen aus vielen Ländern versammelten sich hier, und ich wünsche mir, daß es für jeden einzelnen der vielen Teilnehmer eine wertvolle Erfahrung für das ganze Leben war.